Mondscheinpoolbegattung

Mondscheinpoolbegattung

Kern meines vom 1.8.13 – 31.7.14 durch das Exist-Stipendium geförderten Zuchtprogramms zur Verbesserung der Varroaresistenz von Honigbienen ist das Führen eines Völkerpools über viele Generationen. Als Startpopulation dienten mir 20 verschiedene Linien (meine Basiszucht, verschienene Buckfastlinien, sowie Genetik aus Resistenzzuchtimkereien). Alljährlich wird das beste Volk jeder Linie auf den Zuchtstand gestellt und dient dort sowohl als Drohnenvolk, als auch als Zuchtstoffspender für die Königinnenzucht. Diese Königinnen werden dann mittels Mondscheinbegattung auf dem Zuchtstand poolbegattet. Weitere Völker stehen ohne klappbares Absperrgitter im Flugloch ebenfalls zur Kontrolle der regulären Drohnenflugzeit auf diesem Stand. Dies bedeutet, dass ich auch auf Fluglochtreue selektiere, da alle Drohnen, die sich in die freien Fluglöcher verfliegen, am nächsten Abend nicht mehr an der Mondscheinbegattung beteiligt sind – ein großer züchterischer Vorteil gegenüber den SMR-Projekten. Schließlich deutet vieles darauf hin, dass die Reinvasion der Milben im Sommer mit den fremden Keimen (Sekundärinfektionen) das größte Problem für die Bienen sind, weshalb Fluglochtreue und -wache ein lohnenswertes Zuchtziel sein sollten.

Jede Mutterseite hat in der Bienenzucht eine am besten passende Vaterseite – mit etwas Glück finde ich bei meinem Verfahren in jeder Generation und jeder Linie die beste Kombination, die anschließend wieder auf dem Zuchtstand landet. Aus meinen Erfahrungen mit der Basiszucht weiß ich, dass ein genetisch vielfältiges Volk im Laufe des Jahres seine Farbe (scheinbar gezielt, nämlich von gelb im Frühjahr = Buckfast – Sammelleistung; auf dunkelbraun im Herbst = N-Gene – Winterhärte) wechseln kann. Sollte die Königin (daraus hypothetisch geschlussfolgert) die Zugabe eines bestimmten Spermiums zum Ei z.B. hormonell steuern können, kommt mir dies bei Zucht zu fortgeschrittener Jahreszeit aufgrund der dann schon höheren Varroabelastung in den Völkern züchterisch zugute.

Die Grundlage für dieses Mondscheinpoolprojekt ist die Befragung der erfolgreichsten Varroaresistenzzüchter Europas auf der Suche nach Gemeinsamkeiten in ihrer Betriebsweise – diese gibt es nicht (auch die vielgelobten kleinen Zellen nicht!), bis auf eine: STANDBEGATTUNG seit vielen Jahren und das Vermeiden von Reinzucht mit Geschwisterdrohnenvölkern.

Da bei der Standbegattung stets auch viele Drohnen aus lebensunfähigen Völkern bei der Paarung beteiligt sind, entschied ich mich aufgrund der oben erwähnten Vorteile für die Mondscheinpoolbegattung mit vielen besten Völkern über viele Generationen. Bei der Selektion wird neben den üblichen Bewertungskriterien viel Wert auf verbesserte Varroaresistenz gelegt.